Auftraggeber HOCHBAHN Hamburg

Hochbahn Haltestellen | Barrierefreier Ausbau



Im Rahmen der Herstellung der Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg wurden durch unser Büro mehrere U-Bahn-Haltestellen beplant und der Umbau durchgeführt. Die große Herausforderung bei diesen Projekten besteht planerisch gesehen in den komplexen Anforderungen des Bauens im Bestand der teilweise über 100 Jahre alten Haltestellen in räumlich beengten, städtebaulich sensiblen, innerstädtischen Situationen.

Aufgrund der betrieblichen Anforderungen der Hochbahn werden die Baumaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt, wobei zentrale Maßnahmen nur während unterschiedlich langer Betriebsunterbrechungen durchgeführt werden können. Diese Rahmenbedingungen stellen hohe Anforderungen an die Planung des Bauablaufs sowie an die Baulogistik dar.

Durch Blunck + Morgen wurden für alle hier dargestellten Projekte die Lph 3 - 9 erbracht, teilweise wurden auch die Machbarkeitsstudien (Lph 1 + 2) in unserem Haus entwickelt.

























Haltestelle Alsterdorf

Alsterdorf



Die Haltestelle Alsterdorf (U1) wurde ursprünglich 1914 errichtet, bis auf das Gründungsbauwerk finden sich aber aufgrund zahlreicher Umbauten kaum noch Bestandteile des Ursprungs wieder.

Der neue Aufzugsturm zur Erschließung des Bahnsteiges von der Straße aus wurde zwischen den Gleisen der Brücke über die Hindenburgstraße platziert. Der historische Zugang zur Haltestelle befand sich genau an dieser Stelle und wurde durch die Öffnung des Brückenwiderlagers als Zugang zum Aufzug wiederhergestellt.

In der Bahnsteigebene verbindet eine neue Deckenplatte, die beidseitig am Treppenaufgang vorbeiführt, Aufzug mit Bahnsteig.

Der Bahnsteig wurde vollständig neu errichtet und erhöht. Das Bahnsteigdach blieb erhalten und durch eine eigenständige Stahlkonstruktion über der Treppe und zum Aufzug hin erweitert. Jeweils zwei V-förmige Stützen bilden das Auflager für Längsträger, die über eine Querverbindung an den Aufzugsschacht anbinden. Auf diese Weise konnte der zwischen den Schienen befindliche, sehr begrenzte Raum optimal für den seitlichen Durchgang genutzt werden.

Sheddachartige Glaselemente bilden über dem Treppenabgang ein Lichtband, das die Verbindung zum stirnseitig verglasten Aufzugsturm herstellt und die Axialität von Aufzug, Treppe und Bahnsteig betont.



Planungszeit 2020-2022
Bauzeit Frühjahr 2022 – Frühjahr 2023









Rathaus



Zentrale Aufgabe bei der Haltestelle Rathaus war die Findung geeigneter Standorte für die beiden Aufzüge in historischer, denkmalgeschützter Umgebung direkt am Hamburger Rathausmarkt. Durch konsequente Minimierung der Materialien , bestehend aus einer filigranen Stahlkonstruktion und konstruktiv wirksamer Verglasung bei reduzierter Höhe konnte eine städtebaulich und denkmalpflegerisch verträgliche Lösung gefunden werden, die die historischen Gegebenheiten in höchstem Maße respektiert.

Die bestehende Haltestelle aus dem Jahr 1912 wurde im Bereich des Rathausmarktes unterirdisch erweitert, um den Aufzugsstandort und die erforderlichen Umstrukturierungen der Technik- und Nebenräume zu ermöglichen.

Der Bahnsteig wurde für einen barrierefreien Einstieg punktuell erhöht. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde die Haltestelle umgestaltet. Dabei wurden die historischen Kassettendecken freigelegt, die zum Teil von abgehängten Decken verdeckt waren. Die Wandbeläge wurden modernisiert und mit zusätzlichen, gestalterisch wirksamen Leuchtobjekten versehen.



Machbarkeitsstudie 2015/16
Planungszeit 2018-2020
Bauzeit Frühjahr 2020 – Frühjahr 2022

Haltestelle Rathaus







Haltestelle Mönckebergstraße

Mönckebergstraße



Auch in der Mönckebergstraße, ursprünglich Teil der 1912 fertiggestellten Ringlinie als erster U-Bahnstrecke in Hamburg, war der Standort der Aufzugshäuser von zentraler Bedeutung und wurde anhand zahlreicher Varianten festgelegt. Zusätzlich wurden neue Festtreppen an den bislang nicht erschlossenen, östlichen Bahnsteigenden eingebaut. Da sich die Aufzüge auch hier mit einer Lage direkt vor dem Levantehaus in historisch bedeutsamer Umgebung befinden, wurde das Gestaltungs- und Konstruktionsprinzip analog zur Haltestelle Rathaus gewählt.

Die Haltestelle wurde unterirdisch für die Neustrukturierung der Technik- und Nebenräume erweitert. Der Bahnsteig wurde vollständig neu errichtet und erhöht. Zur Neugestaltung der Wände wurden Glaspaneele verwendet, die der Haltestelle mit ihrer Farbgebung eine neue, markante Identität geben.



Machbarkeitsstudie 2015/16
Planungszeit 2018-2020
Bauzeit Frühjahr 2020 – Frühjahr 2022







Alter Teichweg



Die Haltestelle Alter Teichweg befindet sich in Tunnellage unter der Straßenkreuzung Nordschleswiger Straße / Alter Teichweg. Die Erschließung erfolgt über eine Zwischenebene, die von Zugängen seitlich der Straße erreicht wird. Für die barrierefreie Verbindung der Bahnsteigebene zur Schalterhalle wurden die bisher vorhandenen Fahrtreppen durch gläserne  Aufzüge ersetzt, die sich an den Außenwänden der beiden Seitenbahnsteige befinden. Die glasierten Wandfliesen, die der Haltestelle mit den Farben Schwarz, Rot, und Hellblau Ihren Charakter verleihen, wurden sinngemäß ergänzt. So wurde die optische Veränderung auf ein Minimum begrenzt.

Der Aufzug zur Straße befindet sich westlich im Gehwegbereich vor einer kleinen Grünfläche. Der Aufzugsmaschinenraum musste aus Platzgründen oberirdisch angeordnet werden, sodass ein von der Höhe her gestufter Baukörper entstand, der sich zweiseitig zur Straße hin transparent darstellt und mit der sichtbaren Innenverkleidung des Schachtes die farbigen Fliesen der Haltestelle vorwegnimmt. Eine Besonderheit stellt hier ein großflächiges Keramikbild aus der Entstehungszeit dar, das bauzeitlich teilweise abgebrochen werden musste und mit originalgetreu gebrannten Fliesen wiederhergestellt wurde.



Planungszeit 2016-2018
Bauzeit 2018 –2019





Haltestelle Alter Teichweg






Haltestelle Langenhorn Nord

Langenhorn Nord



Der Zugang zur Haltestelle, die sich in Dammlage befindet, erfolgt unter der Gleisbrücke über die Straße Immenhöven. Da in diesem Bereich kein Aufzug angeordnet werden konnte, wurde weiter südlich ein neuer Zugang zum Bahnsteig geschaffen, der seitlich, von einer Grünfläche aus erschlossen, in den Bahndamm eingelassen wurde. Der Zugang öffnet sich trichterförmig nach Westen hin. Aus niedrigen Stützmauern des Bahndammbereiches entwickelt sich das Zugangsgebäude mit der dem Böschungsverlauf angepassten Form. Das Innere der kleinen Schalterhalle und des Treppenaufganges ist geprägt von hochkant angeordneten, schmalen Fliesen, die in drei Grautönen spielerisch angeordnet wurden. Über der Treppe zum Bahnsteig wurde zentral ein sehr wirkungsvolles Lichtband eingesetzt.



Planungszeit 2016-2017
Bauzeit 2017 –2018







Osterstraße



Die U-Bahn Haltestelle Osterstraße liegt im Zentrum des Stadtteils Eimsbüttel an der Kreuzung Osterstraße Ecke Heußweg.
Die Haltestelle soll zwei barrierefreie Zugänge in Form zweier Aufzüge erhalten, die die beiden Schalterhallen beidseitig der Gleisführung erschließen. Die überirdisch sichtbaren Aufzüge auf dem Fanny-Mendelsohn-Platz und am Heußweg wurden in Zusammen­arbeit mit dem Bezirk in Hinsicht auf die Gestaltung des Platzes entworfen.

Die Bahnsteige werden durch eine Teilerhöhung mit behinderten­gerechten Rampen an die Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst. Dieser Bereich wird optisch als Schachbrettmuster ausgebildet. Die Bahnsteigkante wird auf ganzer Bahnsteiglänge den neuen Zügen angepasst.
Zusätzlich sollen beide Schalterhallen modernisiert werden. Es werden neue Wandverkleidungen vorgesehen welche die Fahrgastinformationen aufnehmen. Die Wand­verkleidungen bestehen aus Metall­paneelen, die mittels Unterkonstruktion in Teilbereichen vor den Bestandswänden der Schalterhallen montiert werden.



Neubau und Sanierung
Planung: 2011–2012


Haltestelle Osterstraße












Haltestelle Baumwall

Baumwall


Die U-Bahnstation Baumwall ist die Haltestelle der Elbphilharmonie. Um die Haltestelle in seinem aufgewertetem städtischen Umfeld zu etablieren, wurde das Gebäude saniert und umgebaut. Die Baumaßnahmen an der Station Baumwall umfassten drei Teilbereiche, die zeitgleich ausgeführt wurden; die Sanierung der Bahnsteighalle, der Umbau des Zugangsgebäudes mit neuem Eingang West und Umbau und Sanierung des Zugangsbereiches Eingang Ost

Das Gesamtkonzept reduziert die Haltestelle auf die in Ihrer Grundstruktur angelegten Bauteile, macht diese erfahrbar und ergänzt sie um ein neu geschaffenes Element aus Zugang West und Ost in einheitlicher Gestaltung. Die so erzielte Klarheit der Bauteile und ihrer Lage zueinander vermittelt eine neue, erfahrbare gestalterische Qualität. Das Projekt verfolgt im Grundsatz zwei Ansätze. Die Umsetzung der formulierten Entwurfsaufgabe einer fußläufige Anbindung an die westliche Hafencity in einem gestalterischen Gesamtkonzept mit den Planungen zum Vorplatz von Herzog de Meuron. Die Einbindung der an der Station Baumwall vorgenommenen Veränderungen in Form von diversen An- und Umbauten in ein gestalterisches Gesamtkonzept.

Der Entwurf zur Anbindung der Haltestelle Baumwall an die westliche Hafencity ist geprägt durch den kontextuellen Umgang mit der vorhandenen denkmalwürdigen Bausubstanz. Die Veränderung des Bestandes, die man durchaus auch kritisch sehen kann, wurde von uns als Chance verstanden, dem ungeordneten Nebeneinander verschiedener Eingriffe in die ursprüngliche Bausubstanz, zu einer neuen ablesbaren Qualität zu verhelfen.

Die Sanierung der Bahnsteighalle orientiert sich, bis auf die Neugestaltung der Gebäudetechnik, am Originalentwurf. Das Ergebnis zeigt die Bahnsteighalle in einem Zustand, der dichter am Ursprungsgebäude ist.

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Sanierung und Umbau 
Planung: 2009
Fertigstellung: Oktober 2010








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